Biologie und Ökonomie

 

Für alles Leben – Pflanzen, Tiere, die menschliche Gesellschaft – ist der Erwerb von Energieüberschüssen ultimative Existenzbedingung. Eine Art, deren Individuen nicht genug Energie ergattern können, um sich selbst zu erhalten, und die keine Überschüsse in Nachkommen investieren können, stirbt aus. Das gilt für Pflanzen und Tiere wie für Menschen und ihre Unternehmen. Pflanzen holen sich ihre Energie aus dem schier unerschöpflichen Sonnenlicht. Tiere fressen Pflanzen oder andere Tiere. Sie haben dafür jeweils besondere Organe entwickelt (Blätter mit Chlorophyll, Fang-, Fress- und Verdauungsorgane). Menschen erwerben mit ihren Unternehmen (Schusterwerkstatt, Schmiede,...) mittels künstlicher Organe (Schuster- oder Schmiedehammer,...) durch Verkauf ihrer hergestellten Produkte Geld und für Geld die überlebensnotwendige Energie (in Form von Strom, Kohle oder früheren Energieaufwendungen, die in benötigten Produkten stecken (Leder, Eisen,...). Individuen aller dieser Arten (Gänseblumen, Marienkäfer mit ihren natürlichen Organen wie auch Tischler mit ihren Werkszeugen - den künstlichen „Organen“ - werden darum Energone genannt. Sie sind bei Strafe ihres Untergangs auf eine positive Energiebilanz angewiesen und müssen mit Energie ökonomisch umgehen.

Wie Pflanzen- und Tier-Arten sind auch menschliche Unternehmens-Arten von jeweils anderen Arten existenziell abhängig. Sie bilden ganze ökologische bzw. ökonomische Abhängigkeitsnetzwerke bzw. Gesellschaften. Stirbt eine Pflanzen- oder Tierart – warum auch immer – aus, so reißt sie wegen dieses Aufeinander-Angewiesen-Seins gleich bis zu 10 andere Arten mit ins Verderben. Findet ein großer Industriebetrieb keinen Absatz mehr (kein Geld, keine Energie), so gehen auch alle Zulieferbetriebe mit ihm zugrunde, wenn sie nicht andere Abnehmer finden.

Was wir aus der Biologie kennen, sollte uns für die Gesellschaft zu denken geben.

Mehr dazu unter

http://www.zukunfts-werkstatt.org/Rahmen/pdf/fazit3.pdf.