Fotos der Ausstellungsstücke

 

 

Beschleunigungskrise  

Mit unserem gegenwärtigen Fortschrittsmuster des „Immer schneller immer höher hinaus“ steuern wir auf einen in der ganzen bisherigen Menschheitsgeschichte einzigartigen „singulären Punkt“ zu, bei dem das bewährte Evolutionsprinzip außer Kraft gesetzt wird: Wir erzeugen zunehmend schneller Neues als wir es auf langfristige Eignung testen können. Dies hat der Physiker Peter Kafka als „Beschleu­nigungskrise“ beschrieben.

 

 

 

 

Aggressives Wachstum  

Was auch immer ungezügelt wächst – ob Bakterienkolonie oder Weltbevölkerung – gefährdet schlussendlich sich selbst.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kritischer Zustand  

In kritischen Zuständen reicht der kleinste Anstoß für die Entscheidung, in welche Richtung sich ein System weiterentwickeln wird. Solche Zustände können die Chance enthalten, mit geringen Kräften ein ganzes System in einen wünschenswerteren Zustand zu bewegen, bergen aber auch Katastrophengefahr.  

 

Anders  – na und?  

Naturgegeben haben wir einen fatalen Hang zur Fremdenfeindlichkeit: Wir neigen dazu, andere, die sich durch Aussehen und Gebaren (z.B. bei Behinderungen), Sprache oder kulturelle Gewohnheiten von der Mehrheit unterscheiden, aus unseren „Wir-Gruppen“ auszugrenzen und ihnen skeptisch, feindlich oder sogar gewalttätig zu begegnen. Nicht alles Natürliche ist auch gut (naturalistischer Fehlschluss).

 

 

 

Rangordnungsphantasien  

Erfolg bei körperlichen wie geistigen Rangauseinandersetzungen bringt uns durch einen Hormonreflex in eine Hochstimmung, die zu noch größerem Erfolgsstreben motiviert. Unsere Rationalität sorgt dafür, dass die gefassten Vorsätze realisiert werden – auch wenn der Hormonspiegel längst abgeklungen ist. Da Geld ein „Rangabzeichen“ darstellt, ist dies die biologische Grundlage unersättlichen Geldstrebens.  

 

 




 

Akademische Rangordnung  

Alle gebrauchen zweckentsprechend ihre Ellenbogen: Jeder größere oder kleinere Boss nimmt die Außenkontakte seines jeweiligen Teams alleine wahr und präsentiert dessen Ergebnisse unter seinem Namen. Die Mitarbeiter sehen die Außenwelt nur durch die Brille ihres Chefs, arbeiten ihm gefügig zu und fördern seine Karriere.  

 

Verhältnis von 
Teil und Ganzem I:

Das Polyphone Prinzip  

Stimmen in einem Musikstück oder Menschen in der Gesellschaft agieren bei einem hohen Maß gegenseitiger Abstimmung trotzdem weitgehend eigenständig.  

 

 

 

Verhältnis von 
Teil und Ganzem II:

Das Homophone Prinzip 
(Entwürfe)
 

Stimmen im Musikstück wie Akteure in der Gesellschaft agieren harmonisch – ausgerichtet auf eine führende „Stimme“. Geplante Schichtglasplastik.  

 

 

Werte bewahren  

Für die zukünftigen Geschicke der Menschheit wird entscheidend sein, dass wir unsere derzeit gelebten Werte überprüfen – zukunftsgefährdende verwerfen und zukunftstaugliche bewahren.  

 

 

Das Auge des Gesetzes  

Unsere angeborene Moralfähigkeit sichert Synergieeffekte durch Kooperation, funktioniert aber nur in überschaubaren Zusammenhängen von Ursachen, Folgen und Sanktionen in kleineren Gruppen. Das macht in komplexen Großgesellschaften ein überwachendes Rechtssystem notwendig.  

 

 

Die Teile für „Werte bewahren“ und für „Das Polyphone Prinzip“ wurden aus 12mm-Tafelglas mit Wasserstrahl geschnitten. Hier ein kleiner Einblick in die Technik:

Die Strukturen im Objekt „Rangordnungsphantasien“ wurden durch Laser-Innengravur hergestellt. Sie setzen sich aus vielen winzigen Bläschen zusammen, die durch fokussierte Laserblitze erzeugt wurden.