Unter dem Hauptmotto „Wir zahlen nicht für eure Krise“ fanden viele unterschiedliche Initiativen zu gemeinsamer Aktion zusammen. Es wimmelte von Handzettelverteilern. In Reden zur Auftaktveranstaltung vertrat jede Gruppierung, was sie sonst auch vertritt - mehr oder weniger dem aktuellen Anlass angepasst. Die Forderungen reichten von einer utopischen Radikalabschaffung des Kapitalismus (Foto links: „Kick him: Yeys we can“) bis „Weg mit Harz IV“. Unseren Forderungen (Spekulation durch Steuern eindämmen; Steuermittel für Globalen Marshallplan verwenden; soziale/ökologische Standards sanktionsfähig in WTO verankern), die einen prinzipiell gangbaren Weg beschreiben, kam am nächsten die Forderung von BUND: „Zukunft fair teilen - für eine ökologisch-soziale Wende“. Auffallend: viel Forderungen, wenig Rezepte zur Umsetzung; viel emotionale Ansprache, weniger Argumentation. Die meisten Redner schrien in das Mikrophon. Ist das zur Problembewältigung optimal?

Wir haben aus unseren systemischen Betrachtungen gelernt (Mohr): Wir Menschen sind naturgegeben auf gemischte Strategien angelegt - konkret: etwas Kapitalismus, etwas Sozialismus - balanciert gemischt. Das eine oder andere pur geht nicht, weil es unserer Natur wiederspricht, die sich immer ihre Bahn brechen wird.             

 Dr. Hans-Volker Pürschel